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Winterurlaub auf La Palma

Einige Jahre schon zieht es mich im Urlaub auf die kanarische Insel La Palma, bevorzugt während der kalten und feuchten deutschen Wintermonate. Die Kanaren liegen an der östlichen Küste Nordafrikas im Atlantik und somit nur 4 Flugstunden entfernt. Das ganzjährig milde Klima auf La Palma mit Temperaturen zwischen 15 - 25 C° wird entscheidend durch den Nordostpassat und den Kanarenstrom bestimmt. Es gibt insgesamt vier Klimazonen, im Norden feucht und tropisch, im Osten halbtags feucht und eher botanisch, im Süden vulkanisch warm aber karg und im Westen mediteran und sonnig.
Wie alle kanarischen Inseln ist auch La Palma vulkanischen Ursprungs und erst vor zirka 1,7 Millionen Jahren aus dem Meer empor gestiegen. Die Insel ist nur 45 Kilometer lang und knapp 30 Kilometer breit, der höchste Berg ist der Roque de los Muchachos mit 2400 Meter höhe. Hierdurch ist La Palma gemessen zur Fläche die steilste Insel der Welt. Die Insel kann mit dem Auto in 4-5 Stunden umrunden werden, allerdings würde ich das nicht empfehlen, da man sich Zeit nehmen muss um die Insel und deren Bewohner kennen zu lernen.
Die Einheimischen Palmeros sind in erster Linie bescheiden und auch gern unter sich, aber soweit ich das aus meiner Erfahrung berichten kann, niemals unfreundlich zu Fremden. Man muss sich als Urlauber etwas anstrengen um Kontakt zu bekommen. Es gibt hier keinen Massentourismus, dafür massig Bananenplantagen, der Export von Bananen ist bis heute ein wesentlicher und zunehmender Wirtschaftsfaktor auf der Insel. Selbst in der Hauptstadt Santa Cruz de La Palma gibt es keine Restaurants, die Personal für den Touristenfang anstellen. Auf La Palma muss man entweder mit Händen, Füßen und Tierlauten kommunizieren oder bevorzugt spanisch lernen. Nur weil eine Menükarte dreisprachig ausgeschildert ist, bedeutet dies noch lange nicht, dass die Bedienung englisch oder deutsch sprechen kann oder die Namen der Gerichte in ausländischer Sprache auch kennt. Hat man es geschafft eine Bestellung aufzugeben, bevorzugt frischen Fisch mit palmerischen Kartoffeln "Filetes de Pescado con patatas" oder gegrillter Ziegenkäse mit grüner Soße "queso el gato con mojo verde" darf man sich auf ein sehr leckeres Menü zu einem angenehmen Preis freuen. Die lokalen palmerischen Weine konnten mich bisher nicht überzeugen, selbst die teureren Weine sind für meinen Geschmack zu säuerlich.

La Palma bietet keine kilometerlange Traumstrände in weiß, der längste Strand Playa de Nogales ist gerade mal 850 Meter lang und aus schwarzem Sand, vulkanischen Ursprungs, die Küste im Osten ist wild und rau. Im Westen gibt es zwei größere Stände in Tazacorte, welcher mit 335 Sonnentagen im Jahr der sonnigste Platz der Insel ist und in Puerto Naos, welcher mit einer erst in den letzten Jahren erneuerte Promenade auftrumphen kann. Puerto Naos gilt als der touristisch am meisten erschlossenste Ort der Insel. Somit wird selbst dem dem Strandurlauber genüge getan, zumal die Strände auf La Palma nie überfüllt sind.

La Palma lädt weiterhin zum Gleitschirmfliegen, Mountain Biken und zur Rundtour mit dem Schiff ein, hier kann man unterschiedliche Meeressäuger, zumeist Waale und Delfine beobachten. Mich reizt besonders die vielfältige Flora und Fauna, welche zu Wanderungen und ausgiebigen Fotosessions geradezu verlangt. Die Insel wird bevorzugt von deutschen Urlaubern angeflogen, manche bleiben auch dauerhaft hier, zum teil aus gesundheitlichen Gründen oder um dem geregelten deutschen Alltag zu entfliehen und um mit weniger, glücklicher zu sein. Manche meinen entweder du liebst die Insel oder du kommt nie wieder. Ich gehöre ganz sicher zu den Ersteren, ich komme gern wieder und zwar immer wieder und wieder und wieder...

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